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Initiative für mehr Demokratie - Südtirol / Iniziativa per più democrazia - Alto Adige / Scomenciadia por plü democrazia - Südtirol

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Lies mich


Leserbrief "FF" zum Artikel über die Initiative (FF Nr. 48/2000)

Dezember 2000


Ja, es ist ein Traum, den wir träumen, sanftmütig und entschlossen auch hier bei uns eine neue Stufe zu erreichen für das, was von je her wesentlichster Teil der Zukunftserwartung des Menschen ist: der Traum von der Freiheit. Nein, wir sind noch nicht wirklich frei: Wir haben bei den Regeln, nach denen wir hier leben und arbeiten dürfen, nicht das Mindeste mitzureden, nicht darüber, was mit unseren Steuern geschieht, nicht darüber, was mit unserem engeren und weiteren Lebensraum geschieht. So wenig dieser Traum die ganze Menschheitsgeschichte herauf nur ein Träumen war, sondern jene geschichtsmächtige Kraft, der wir die Freiheiten verdanken, die wir heute genießen, so wenig ist unser politischer Traum für unser Land nur ein frommes Hoffen ohne Realitätsbezug. Immerhin haben wir, sozusagen aus dem Stand heraus, in der vergangenen Legislatur, für unseren Gesetzentwurf zur Einführung des Volksentscheids eine Mehrheit im Regionalrat erreicht und sind damit nur an der italienischen Regierung gescheitert. Ein nächstes Mal wird es von dort, dank der Reform des Autonomiestatutes, keinen Einwand mehr geben. Auch unsere neuen Grundlagen im Autonomiestatut dürften nicht von ungefähr kommen - unsere Sache ist in Rom vertreten! Nach zehnjähriger Arbeit steht die Bewegung "Mehr Demokratie" in Deutschland kurz vor ihrem Ziel, der Einführung des bundesweiten Volksentscheids. In allen anderen europäischen Ländern gibt es mehr oder weniger starke Bewegungen. Unser Traum ist aber auch schon so weit Realität, dass sich der Staatsrechtler und Vater der Bayerischen Verfassung, Nawiesky, nur darüber wundern konnte, dass "Bedenken gerade dort erhoben werden, wo man keine Erfahrungen gemacht hat. Wo man dagegen Erfahrungen gemacht hat, denkt man gar nicht daran, die direkte Demokratie wieder abzuschaffen." So sehr wir auch überzeugt sind von der Notwendigkeit, dass anwendbare direktdemokratische Instrumente den Bürgerinnen und Bürgern politische Freiheit geben, so wenig wüssten wir uns damit aber am endgültigen Ziel. Politische Fremdbestimmung wird weiterhin stattfinden, aber sie wird zumindest nicht mehr zwangsläufig ertragen werden müssen - der Rest wäre immerhin, dank direktdemokratischer Instrumente, ein unaufhaltsam fortschreitender selbstbestimmter Lernprozess. Und der Traum wird weiter geträumt werden. "Nachtträumer erkennen am Morgen die Nichtigkeit ihrer Träume. Tagträumer dagegen sind die gefährlichen Menschen, weil sie ihre Träume mit offenen Augen leben und Wirklichkeit werden lassen." (T.E. Lawrence)

Stephan Lausch

Erstellt von: dirdemdi
Zuletzt verändert: 2006-03-16 06:41 PM
 

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